Nachruf für Konrad Kelm

„Von Dir lernte ich, dass nicht etwa Beliebiges zu tun sei, sondern systematisch das, was wir uns selbst schuldig sind.“ (Siegfried Lenz)

In tiefster Trauer nehmen wir Abschied von Konrad Kelm. Konrad war unser Freund und beständiger Mitstreiter in dem Kampf, die Welt ein Stückchen besser zu machen.

„Da müssen wir was tun!“ war der Satz, den wir wohl am häufigsten von Konrad hörten. Und immer folgten diesem Satz auch Taten. Bei Aktionen und Demonstrationen auf der Straße, in Netzwerktreffen, bei seiner Arbeit in politischen Gremien und mit Pressestatements setzte er sich ein für die Rechte aller Menschen.

Gerade in den vergangenen Jahren war Konrad ein wichtiger Akteur im Kreis der Unterstützer*innen von Geflüchteten in Göttingen. Seine feste Überzeugung, dass Geflüchtete die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen, lebte er selbst auf vielen Ebenen vor: Konrad nahm unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei sich zu Hause auf, baute die IWF-Initiative am Nonnenstieg mit auf und unterstützte privat viele geflüchtete Menschen. Als die IWF-Unterkunft geschlossen wurde, engagierte er sich mit großem Einsatz auch bei Refugee Network Göttingen.

Sein beharrliches Engagement gegen die Siekhöhe trug entscheidend dazu bei, dass diese Notunterkunft nach zähem politischem Kampf gegen die unwillige Stadtverwaltung endlich geschlossen wurde.

Durch seine zahlreichen Kontakte und seine zugewandte, herzliche Art hat Konrad viel für das Netzwerk der Göttinger Geflüchtetenunterstützung geleistet. Und natürlich kann auch sein Einsatz als Politiker in Stadt und Land Göttingen nicht unerwähnt bleiben.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen die Rechte von Menschen auf der Flucht mehr denn je angegriffen werden, schmerzt es uns, ihn als unseren Freund und Mitstreiter verloren zu haben. Wir behalten ihn als Vorbild in Erinnerung und vermissen ihn schmerzlich.