Unterschriftenliste & Email-Kampagne: Siekhöhe schließen!

Auf der nächsten Sitzung des Sozialausschusses (15. Mai um 16 Uhr im Neuen Rathaus) soll die erneute Verlängerung des Betriebs der Notunterkunft Siekhöhe beschlossen werden (mehr zu den Hintergründen findet ihr hier).

Das wollen wir nicht hinnehmen. Um zu zeigen, dass es breiten Protest in der Bevölkerung gibt, sammeln wir Unterschriften. Dabei brauchen wir eure Unterstützung!

Die Liste könnt ihr hier herunterladen.

Neben der Unterschriftenliste ist eine weitere Möglichkeit, den Mitgliedern des Sozialausschusses im Vorfeld zur Sitzung am 15. Mai per Mail die eigene Meinung kundzutun.
Zu diesem Zweck haben wir einen Text formuliert, den ihr gerne nutzen könnt. Natürlich steht es auch aber frei, den Text anzupassen, zu ergänzen oder einen eigenen zu formulieren.

Den Text sowie eine Liste der Emailadressen der Mitglieder des Sozialausschusses findet ihr hier.

Werdet aktiv! Es ist an euch, den Protest weiterzutragen!

Solidarität mit Geflüchteten aus dem Nonnenstieg

Wir unterstützen die Forderungen der Geflüchteten aus der Unterkunft am Nonnenstieg nach menschenwürdiger Unterbringung. Heute haben sie diese Forderungen mit einer Kundgebung vor dem Neuen Rathaus zum Ausdruck gebracht.
Jeder Mensch hat ein Anrecht auf Privatsphäre. In den Massenunterkünften ist dieses Grundrecht nicht gegeben. Deshalb unterstützen wir die Forderung nach dezentraler Unterbringung in eigenem Wohnraum.

Solidarität statt Abgrenzung! Integration statt Isolation!

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Hintergrundinformationen:

Offener Brief der Bewohner_innen der Unterkunft Nonnenstieg an den
Oberbürgermeister und die Stadt Göttingen:

Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Wir sind einige Flüchtlinge aus der Göttinger Unterkunft am Nonnenstieg
72. Wir wenden uns heute mit einem konkreten Anliegen an Sie.

Wir sind besorgt über die aktuelle Maßnahme der Stadt Göttingen zur
Schließung der Unterkunft im Nonnenstieg. Die Stadt Göttingen hat
bereits begonnen, Gruppen von Menschen irgendwo anders unterzubringen.

Diese Art der Verlegung in andere Unterkünfte entspricht nicht unserem
Wunsch. Viele von uns kennen seit 2 oder 3 Jahren Aufenthalt in
Deutschland nur das Leben in Unterkünften. Die Hoffnung, nach der
beschwerlichen Flucht endlich in einem ruhigen Leben anzukommen, wird
durch die permanente Unterbringung in Massenunterkünften fast vollends
zunichte gemacht. Massenunterkünfte machen das Leben in vielen Bereichen
unerträglich und verletzen die Würde des Menschen.

Heute sagen wir: es reicht uns. Wir haben uns hier im Nonnenstieg ein
kleines Leben aufgebaut, Kontakte geknüpft und einige Initiativen und
Menschen kennengelernt. Wir wollen nicht schon wieder umverteilt und in
eine andere Gemeinschaftsunterkunft verlegt werden. Wir sagen, das Leben
in Unterkünften sollte eigentlich nach einer gewissen Zeit aufhören,
denn es macht krank.

Am liebsten möchten wir deshalb hier bleiben, bis wir eine Wohnung
gefunden haben. Eine bessere Unterstützung seitens der Stadt bei der
Wohnungssuche wäre also die bessere Lösung als die erneute Zuteilung in
eine weitere unbefriedigenden Unterbringung.

Auch wenn die uns angebotene Unterkunft in der Hannah-Vogt-Straße modern
erscheint, so müssen sich doch wieder sechs Personen drei Zimmer teilen.
Wenn wir diese Unterkunft überhaupt in Betracht ziehen sollen, dann nur,
wenn jede und jeder von uns ein Zimmer für sich bekommt.

Und auch wenn die geplante Umzugsaktion am vergangenen 05.März
kurzfristig wegen eines Tuberkulose-Falls nicht durchgeführt werden
konnte, so halten Sie doch an einer Verlegung gegen unseren Willen fest.

Wir aber haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben ohne
Massenunterkunft, egal, ob unser Asylantrag positiv oder negativ
beschieden wird. Nach dieser langen Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft
wollen wir – solange wir in Deutschland sind – eine eigene Wohnung haben.

Wir bitten um Ihre Rückmeldung und Antwort auf unsere Probleme.

Mit freundlichen Grüßen
Flüchtlinge aus dem Nonnenstieg 72, 37075 Göttingen

Göttingen, Februar 2018

Presseberichte:
Geflüchtete wollen bleiben (taz vom 02. März 2018)
Kundgebung gegen Massenunterkunft angekündigt (GT vom 21. März 2018)
Flüchtlinge gegen Unterbringung in Massenunterkünften (GT vom 22. März 2018)

Fotos vom Spielenachmittag

Bei unserer Kaffee- und Teezeit mit Spielenachmittag am vergangenen Sonntag hatten wir eine tolle Zeit mit viel Spaß.

Die Veranstaltung findet regelmäßig an jedem letzten Sonntag im Monat statt.

Der nächste Termin ist der 25. Februar um 15 Uhr.
Kommt vorbei! Wir freuen uns auf euch!

Göttinger Appell: Bürger*Asyl jetzt!

Am 20. Januar 2018 erschien im Göttinger Tageblatt eine Anzeige mit dem Appell für ein solidarisches Bürger*Asyl in Göttingen. Unterzeichnet war der Appell von zahlreichen Initiativen, Vereinen sowie Einzelpersonen, die die Idee eines Bürger*Asyls in unserer Stadt unterstützen. Ähnliche Initiativen gibt es bereits in Freiburg und Hanau.

Auch wir unterstützen den Appell als mögliche Alternative zu den überlasteten Kirchenasylen.

Es findet eine Informationsveranstaltung statt am
Mittwoch, 14. Februar 2018
um 19.30 Uhr
im Deutschen Theater (Bistro-Keller),
Theaterplatz 11, 37073 Göttingen.
Interessierte sind herzlich eingeladen.

Infos zur Initiative und wie ihr euch einbringen könnt, findet ihr außerdem hier:
http://buerger-innen-asyl-goettingen.info/

Berichte in der Presse:
https://taz.de/Engagement-fuer-Gefluechtete/!5476114/
http://www.goettinger-tageblatt.de/Goettingen/Goettinger-Initiative-fuer-Buergerasyl

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Göttinger Appell: Bürger*Asyl Jetzt!

An den Außengrenzen Europas landen weiterhin täglich Flüchtlinge. Nur noch wenige schaffen den Weg bis in unsere Kommunen. Die meisten werden in den Ländern am Rande Europas festgehalten.

Dennoch werden Geflüchtete, die schon in unseren Städten und Gemeinden angekommen sind, dorthin zurückgeschoben. Denn nach den sogenannten Dublin-Regelungen droht ihnen eine Abschiebung in das Land, das sie in Europa zuerst betreten haben.

Wir meinen, dass wir uns in der Mitte Europas der Verantwortung für die ankommenden Flüchtlinge nicht entziehen können. Diejenigen, die bereits in unseren Kommunen wohnen, sollten hier Sicherheit und Perspektive finden.

Schutzräume können das möglich machen. In Kirchenasylen fanden im vergangenen Jahr 1800 Geflüchtete Schutz. Die meisten erhielten so eine Chance, ihr Asylverfahren in Deutschland abzuschließen. Manche wurden vor einer Abschiebung nach Afghanistan bewahrt. Doch diese Räume reichen nicht aus.

Deshalb wollen wir Bürger*asyle aufbauen. Um Flüchtlingen in unseren Kommunen Zukunft statt Abschiebung anzubieten. Wir Unterzeichnenden rufen dazu auf

• sich zivilgesellschaftlich an die Seite der Kirchengemeinden zu stellen, die Kirchenasyl anbieten
• mit Engagement, Geld, Wohnung oder Zeit Bürger*asyle für Geflüchtete zu unterstützen
• Flüchtlinge vorübergehend in Bürger*asylen aufzunehmen

Stadt und Landkreis rufen wir auf, Bürger*iasyle als Schutzräume zu respektieren. Der Rat der Stadt Göttingen hat sich im vergangenen Jahr in einem Ratsbeschluss für eine vielfältige, weltoffene und tolerante Stadt ausgesprochen. Mit Bürger*asylen wollen wir diese Entwicklung konkretisieren.

FÜR EINE SOLIDARISCHE STADT!