Nachruf

Unser Verein hat kürzlich einen großen Verlust verkraften müssen. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist im November Sabine Bunger, unsere ehemalige Vorsitzende und große Stütze des Vereins, verstorben.

Anstatt wie so viele Menschen zu sagen „Man müsste, man könnte, man sollte …“, hat Sabine ihren Worten immer auch Taten folgen lassen. Ohne zu zögern wurde sie aktiv, als sie im Sommer 2015 erfuhr, dass ganz in ihrer Nachbarschaft, in der ehemaligen Voigtschule, Geflüchtete untergebracht waren. Als ehemalige Lehrerin beteiligte sie sich an den Deutschkursen, die von den Freiwilligen angeboten wurden. Schnell hatte sie zu einigen Bewohnern enge Bindungen aufgebaut, die sie auch nach deren Auszug aus der Unterkunft nicht abbrechen ließ. Regelmäßig lud sie Geflüchtete zu sich nach Hause ein, unternahm Ausflüge, sprach mit ihnen Deutsch und half bei allen Fragen des Alltags. Auch bei der Wohnungssuche unterstütze sie die Geflüchteten sehr erfolgreich.

Die Idee, aus der freiwilligen Initiative „Flüchtlingshilfe ehemalige Voigtschule“ den Verein Refugee Network Göttingen zu machen, unterstützte sie von Beginn an. Und auch wenn sie gar nicht gern im Rampenlicht stehen wollte, war sie mit ihrer integrativen Art die perfekte Vorsitzende für unseren jungen Verein. So wurde sie auf der Gründungsveranstaltung im September 2016 zu unserer ersten Vorsitzenden gewählt.

Im Gründungsjahr prägte Sabine den Verein entscheidend mit. Sie war diejenige, die immer präsent war, wenn es darum ging, sich öffentlich für Geflüchtete stark zu machen und ein Zeichen zu setzen für eine weltoffene Gesellschaft, so etwa bei der Menschenkette für Menschenrechte im Dezember 2016 oder auf der Kulturenmesse des Integrationsrates im Mai 2017. Wann immer sie gebraucht wurde, war sie für den Verein da.

Sabine war eine außergewöhnliche Frau, die zuerst immer an andere, und dann erst an sich selbst gedacht hat. Wir vermissen sie schmerzlich.